Technische Homeschooling-Probleme und was das mit Vertrauen zu tun hat

Eine Schülerin sagt, dass sie meine Emails nicht alle bekommen hat.
„Mhm, ob das wohl so stimmt? Meine Emails kommen eigentlich immer an.“ Misstrauen regt sich in mir. Eine Kollegin fragt sich ebenfalls, ob die vielen technischen Probleme der Schülerinnen echt sind. Sie sagt, was ich fühle: „Ich möchte den Schülerinnen ja vertrauen, aber in mir spüre ich Misstrauen.“ Da bringt eine andere Kollegin ein: „Ich glaube, es ist keine Frage von Vertrauen an dieser Stelle. Unser Vertrauen zu den Schüler*innen hängt nicht an der Frage, ob die Kamera wirklich nicht funktioniert.“

Sofort wird mir leichter ums Herz. Vielleicht sind manche Schüler*innen mit ‘technischen Problemen’ sich selbst gerade treu und kommunizieren durch Kamera-, Email- und Mikrofonprobleme:

„Frau Pfuhl, Ihre Emails sind mir zu viel.“
„Frau Pfuhl, ich möchte nicht, dass Sie mein Zimmer sehen.“
„Frau Pfuhl, ich möchte mich entziehen. Ich bin unter Druck.“
„Frau Pfuhl,…“

Wir wär’s mit dieser Perspektive:

Ich darf vertrauen, dass Schüler*innen durch technische Probleme für sich sorgen.

Ach. Sofort ist’s leichter.