Eigensinn in der Schule

Eigensinn ist in der Schule eher fehl am Platz. Ein Mensch, der eine gute Verbindung zu seinem Eigenen hat (Bedürfnisse, Werte, Ziele, Grenzen,…) und seinem Eigenen folgen möchte, sieht sich in der Schule mit einigen Hürden konfrontiert. Sein Tag ist durch enge Unterrichts- und Pausenzeiten klar durchstrukturiert. Die einzelnen Unterrichte sind ebenfalls durchgeplant und strukturiert – durch die Lehrerin und ihre Anweisungen.

Natürlich ordnen wir uns in unserer frei verfügbaren Zeit auch Strukturen unter. Zum Beispiel im Sportverein, im Orchester, in der Theatergruppe. Der Unterschied ist, dass wir diese Verbindlichkeiten freiwillig eingehen. Wir wollen dort mitmachen. Und wenn wir spüren, dass es uns dort nicht gut geht – etwa, weil der Orchesterleiter „schwächere“ Orchestermitglieder vor der ganzen Gruppe vorspielen lässt – sind wir frei zu gehen.

In Schule sind Schüler*innen nicht frei zu gehen. Genau genommen ist ihre Zeit minutiös vom „System“ fremdgeplant.

Dazu kommen Druckmittel wie Noten, Angstmacherei (ja auch wenn es viele nachsichtige Lehrer*innen gibt, die alle Augen, inklusive Hühneraugen, zudrücken).

Stark – und eigensinnig – „muss” man sein, um sein Eigenes in Schule nicht zu verlieren.

„Die jungen Leute wissen gar nicht mehr, was sie wollen!“, beklagt zeitgleich so manche Lehrerin.