Gute Absichten

An unseren Schulen sind so viele LehrerInnen unterwegs, die täglich ihr Bestes geben. Sie investieren Energie, Aufmerksamkeit und Kraft, den SchülerInnen zu helfen, die Lernziele zu erreichen. Ihr Ziel ist es, den SchülerInnen zu guten Abschlüssen zu verhelfen und sie gut „auf das Leben“ vorzubereiten (, aber mit 11 Jahren lebt man doch eigentlich auch schon?!). Es gibt so viele LehrerInnen, die engagiert mit Herzblut an unseren Schulen unterwegs sind.

Und dennoch herrscht an vielen Schulen eine Menge Druck und Stress. Woran liegt das, wenn die erwachsenen Menschen dort es so gut meinen?

Vielleicht liegt es an den Zielsetzungen?: Andere Menschen dazu zu bewegen, von außen vorgegebene Ziele zu verfolgen und zu erreichen. Ohne sie zu fragen, ob sie mit diesen Zielen einverstanden sind.

Vielleicht entsteht an dieser Stelle der Stress?: Fremde Ziele für andere Menschen festzulegen und nun machen zu wollen, dass die Menschen (eventuell gegen ihren Willen) in diese Richtung gehen.  

Das ist anstrengend! Das ist nicht nur anstrengend, wenn wir das bei unseren PartnerInnen, bei eigenen Kindern oder unseren Eltern versuchen, sondern auch bei SchülerInnen.

Es liegt nicht an ‘bösen Absichten‘ auf Seiten der LehrerInnen oder der SchülerInnen, dass in Schule Druck und Stress besteht.

Es liegt daran, dass wir nicht hinterfragen, ob Schule so sein muss.

Es liegt daran, dass wir uns nicht fragen, ob es uns in Schule gut geht.

Es liegt an unserer Überzeugung, dass Schule halt so ist, so sein muss und es okay ist, wenn es uns dort nicht gut geht.

Es sind unsere Schulen.

Es sind unsere Schulen, die wir tragen und aufrecht erhalten.

Was wäre, wenn wir uns erlaubten, ein Schulleben mit weniger Druck und Stress zu leben? Was wäre, wenn wir uns erlaubten, dass es uns (allen) in Schule gut gehen darf?

Für mich hört sich das leicht und gut an.  Wenn es sich für andere Menschen auch gut und leicht anhört, kann es doch nicht so falsch sein, oder?