Schule und Lautstärke

Es gibt Menschen, denen es in Schule zu laut ist. Ob es nun Menschen in der SchülerInnen- oder LehrerInnenrolle sind. In Schule ist es eigentlich nie still. Gearbeitet und gelernt wird im Großraumbüro.

Was ist mit den Menschen, die sich bei Geräuschen nur schwer konzentrieren können? Ich erinnere mich an meinen Ärger, wenn LehrerInnen in meiner Schulzeit bei Klassenarbeiten (hilfreich gemeinte) Kommentare abgegeben haben. Jedes Mal war ich aus meiner Konzentration gerissen. Gewundert habe ich mich, dass es die anderen SchülerInnen nicht gestört hat, dass der Lehrer „reinquatscht“. So ticken alle unterschiedlich. Oder haben wir nur einfach nicht darüber gesprochen?

Für SchülerInnen, die Geräusche besonders intensiv wahrnehmen, ist Schule ein doppelter Kraftakt: sie sollen leisten, was von ihnen erwartet wird, und zwar unter den für sie fordernden Lautstärkebedingungen.

Als ErwachseneR kann man sich eine Tätigkeit suchen, die besser zu den eigenen Eigenschaften passt. Als SchülerIn muss man in Schule täglich anwesend sein. Ob es zu den eigenen Eigenschaften passt oder nicht.

(Das Bedürfnis nach Ruhe ist ein Grundbedürfnis. Bei der einen stärker ausgeprägt als beim anderen. Diejenigen, denen Lautstärke weniger ausmacht, haben in Schule definitiv „die besseren Karten“. Wie war das mit der Chancengleichheit? Wir sind nun mal nicht alle gleich.)